Amateurlokfahrten

Werden Sie Lokführer!

Als ganz besondere Attraktion bieten wir auf der Murtalbahn ganzjährig die Möglichkeit, den Wunsch "Einmal selbst Lokomotivführer sein" zu erfüllen. Unter Anweisung eines Profis dürfen Regler, Ventile und Lokpfeife selbständig bedient werden. Zur Erinnerung an diese Fahrt erhält der Amateurlokführer die "Amateur-Lokführerbescheinigung".
Überraschen Sie einen lieben Menschen mit einem besonderen Geschenk – mit einer Dampfzugfahrt auf der Murtalbahn. Die Sympathien werden Ihnen gehören.

 

>> Pauschalangebot Amateurlokfahrten

 

Nähere Informationen:  TUI ReiseCenter Murau

 

Hinweis: Die Mitfahrt als Amateurlokführer ist ab einem Alter von 15 Jahren und nur unter bestimmten gesundheitlichen Voraussetzungen möglich!



Der Traum vom Lokfahren

Ein Erfahrungsbericht

 

Wer hat als Bub nicht einmal geträumt, Lokomotivführer zu werden? Ich träumte davon und mein Traum ging jetzt auf einer Dampflok der Murtalbahn in Erfüllung.

 

Es ist noch recht früh am Morgen, als ich zur Lokremise neben dem Bahnhof Murau gehe. Die Murtalbahn ist das Mekka für Eisenbahnfreunde aus der ganzen Welt. Es gibt nämlich nur wenige Bahnen, auf denen man sich auf einem „Dampfross“ als Lokomotivführer versuchen kann.

 

In besagter Remise wird gerade die U 11 startklar gemacht. Immerhin dauert es rund vier Stunden, bis der Dampfkessel unter genügend hohem Druck steht und die Lok fahrbereit ist.

 

Endlich ist es soweit, dass ich mich auf den Führerstand der Dampfmaschine schwingen kann. Lokführer Gerhard erklärt mir kurz die wichtigsten Hebel, Schieber, Ventile und Anzeigen. „Und vergessen Sie nicht, vor den vielen Straßen- und Wegübergängen die Dampfpfeife zu betätigen!“ schärft mir der Triebfahrzeugführer (so wird der Lokführer im Eisenbahnerjargon genannt) ein. „Nun sind sie dran!“ fordert mich der Profi auf. Ich darf dieses brodelnde und feuerspeiende Ungetüm von Murau nach Stadl an der Mur und wieder zurück (natürlich unter seiner fachkundigen Anleitung) pilotieren.

 

Regulatorhebel nach vorne, kurz die Dampfpfeife betätigt, und den Dampfregler aufgemacht – wahrhaftig das „Dampfross“ schnaubt zwar energisch, dennoch gewinnen wir langsam an Fahrt.

 

Nachdem die ersten Wegübergänge und Tunnels hinter uns sind, legen wir ein Schäuflein zu. Und schon bald zuckeln wir mit der Höchstgeschwindigkeit von 35 km/h entlang von Wiesen und durch Felseinschnitte mit herrlichen Ausblicken aufs Murtal dahin.

 

Doch wer das stählerne „Ross“ über die Schmalspurgeleise steuert, hat nur wenig Sinn für die reizvolle Landschaft. Viel zu sehr ist man mit sich und der Dampfmaschine beschäftigt.

 

Ein erhebendes Gefühl spürt man, wenn eine Steigung zu überwinden ist. Dann geht der Atem der Lok schwerer und man fühlt so recht den Pulsschlag der Dampflokomotive.

 

Erstaunlich, wie die U 11 trotz ihres Alters (Baujahr 1894) noch prompt auf jede Änderung der Dampfzufuhr reagiert. Wen man bedenkt, dass die Technik noch aus Urgroßvaters Tagen stammt, ist man noch faszinierter.

 

Nach einer guten halben Stunde erreichen wir Stadl an der Mur, wo mit Fettpresse und Ölkanne die wichtigsten Teile der Lok abgeschmiert werden. Nachdem wir die Wassertanks noch ein wenig aufgefüllt haben, geht es sozusagen im „Retourgang“ zurück nach Murau.

 

 

Eine Lok zu steuern, ist eigentlich halb so schwer, wie man sich’s anfangs vorstellt. Vor allem dann, wenn man einen so erfahrenen Lokführer wie Gerhard an Bord hat, der hin und wieder den Wasserstand beobachtet. Und den Amateur erinnert, die Dampfpfeife vor den zahlreichen Wegübergängen zu betätigen. Er hat schon vielen das Einmaleins des Lokfahrens beigebracht.

 

Als wir nach rund eineinhalbstündiger Fahrt wieder Murau erreicht haben, kann ich mich kaum vom „Dampfross“ trennen.

 

Obwohl es auf dem staubigen Führerstand des rumpelnden Ungetüms eine mörderische Hitze hat. „50 Grad und mehr sind keine Seltenheit“, bestätigt Gerhard, der mir zum Abschied die sogenannte Amateurlokfahrbescheinigung, übrigens die 7.800ste, zur Erinnerung an diese Fahrt überreicht.